Vor Kurzem traf ich eine Bekannte, die völlig verzweifelt war: Ihr Labrador, der sonst voller Energie war, blieb einfach vor der Treppe stehen und wollte nicht mehr hoch. Weder ein Ziehen noch ein Bitten halfen. Er lag da und betrachtete sie mit diesen traurigen Augen. „Er wird einfach alt“, sagte sie zunächst. Es ist jedoch nicht so einfach. Wenn Hunde plötzlich schwerfällig wirken, morgens kaum aus dem Körbchen kommen oder Spaziergänge meiden – oft ist da mehr dahinter. Oft anzutreffen: Arthrose beim Hund.
Und ja, das Wort klingt wirklich nach einer Erkrankung, die man normalerweise bei Menschen über 60 erwartet. Aber glaub mir, viele Fellnasen sind davon betroffen – sogar die jungen. Statistisch gesehen erkrankt etwa jeder fünfte Hund irgendwann daran.

Was ist eigentlich der Hintergrund von Arthrose?
Im Grunde genommen bedeutet Arthrose: Der Gelenkknorpel gibt nach und verschwindet nach und nach. Zuerst fällt es kaum auf – der Hund läuft vielleicht etwas steif oder will nach dem Schlaf nicht sofort aufstehen. Im Laufe der Zeit verschlechtert sich die Situation jedoch. Ohne Knorpel reiben die Knochen direkt aufeinander. Ow.
Hüfte, Knie oder Ellbogen sind oft betroffen, manchmal auch die Wirbelsäule. Es gibt eine „primäre“ Arthrose, die einfach genetisch bedingt ist – einige Rassen, wie Schäferhunde, Retriever oder Doggen, haben einfach Pech. Viel häufiger entsteht Arthrose jedoch durch Verletzungen, Übergewicht oder einfach durch zu viel Verschleiß.
Ich sag’s mal so: Ein Hund, der sein Leben lang ein bisschen zu rund ist, hat die Extrapfunde nicht in der Bauchtasche, sondern auf den Gelenken.
An diesen Zeichen kannst du erkennen, dass dein Hund möglicherweise an Arthrose leidet
Es wird von vielen mit dem gewöhnlichen Alterungsprozess verwechselt. Doch wenn dein Hund auf einmal nicht mehr spielen möchte, Treppen meidet oder beim Berühren aufjaulen sollte – dann ist Vorsicht geboten. Es ist auch typisch, dass man nach dem Liegen die ersten Schritte schwerfällt und es nach ein paar Minuten besser wird. Ähnlich wie bei Personen, die morgens erstmal „in Fahrt kommen“ müssen.
Gelenke können manchmal anschwellen oder sich hart anfühlen. Aber mal ehrlich: Für einen Laien ist das oft nicht eindeutig zu erkennen. Deshalb – lieber einmal zu viel zum Tierarzt als zu spät.
Tierarztbesuch zur Diagnose – keine Magie, aber unerlässlich
In der Tierarztpraxis ist es meist so: Zuerst erfolgt die Untersuchung durch Abtasten, dann eventuell ein Röntgenbild. Entzündungen können durch Blutuntersuchungen nachgewiesen werden, und gelegentlich wird auch das Gewicht betrachtet. Denn Übergewicht ist ein ernstzunehmender Risikofaktor.
Einen Tierarzt habe ich mal sagen hören: „Ein Kilo weniger auf den Rippen ist für die Gelenke mehr wert als die Hälfte der Medikamente.“ Es klingt zwar hart, aber es ist wahr.

Therapie – was tatsächlich hilft
Leider ist Arthrose nicht heilbar. So sieht die traurige Realität aus. Es gibt jedoch einiges, was man tun kann, um das Fortschreiten der Krankheit zu bremsen und die Schmerzen erträglicher zu gestalten.
In der Regel beginnen Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente die Therapie. Einige Hunde erhalten mittlerweile spezielle Injektionen, die alle paar Wochen verabreicht werden. Ja, es hat seinen Preis, aber zahlreiche Halter sagen, dass ihre Hunde dadurch wieder viel lebensfroher werden.
In schweren Fällen ist manchmal nur eine Operation möglich – sei es, künstliche Gelenke einzusetzen oder Eingriffe an der Hüfte vorzunehmen. Es mag extrem erscheinen, aber für manche Hunde ist es nach dieser Entscheidung ein neuer Lebensabschnitt.
Und vergessen wir nicht die Physiotherapie: Schwimmen gilt fast als Klassiker, da es durch den Auftrieb im Wasser die Gelenke schont. Einige schwören ebenfalls auf Massagen oder Wärmebehandlungen. Einen Golden Retriever habe ich mal gesehen, der nach ein paar Wochen Unterwasserlaufband ganz anders durchs Leben ging.
Ernährung und Bewegung – der Alltag ist entscheidend
Es mag nicht aufregend klingen, aber die richtige Ernährung ist unbezahlbar. Ein übergewichtiger Hund hat es doppelt schwer. Gelenkunterstützende Ergänzungen wie die Grünlippmuschel oder spezielle Kräutermischungen können eine Hilfe sein. Nicht jeder Hund frisst es begeistert – aber man kann es ihm heimlich unterjubeln.
Aktivität? Ja, auf jeden Fall, aber mit Anpassungen. Weder ein Marathon noch verrückte Sprünge vom Sofa. Besser sind regelmäßige, gemächliche Spaziergänge. Wenn du die Chance bekommst, schwimm einfach. Kaum etwas ist besser für die Gelenke.
Gibt es eine Möglichkeit, Arthrose zu verhindern?
Ehrlich gesagt – nicht immer. Ab und zu sind die Gene verantwortlich, da kannst du nichts gegen tun. Aber du kannst dafür sorgen, dass dein Hund nicht zu dick wird, indem du ihm hochwertiges Futter gibst und ihn nicht unnötigen Belastungen aussetzt. Welpen sollten etwa nicht ständig Treppen steigen oder wild herum springen.
Und: Behalte den Schlafplatz im Auge. Ein warmes, weiches Hundebett ist oft eine wahre Wunderwaffe. Kalte Böden sind schädlich für geschwächte Gelenke.

Zwei Punkte, die du im Hinterkopf behalten solltest
- Das größte Problem für Hundegelenke ist Übergewicht.
- Bewegung ja – aber mit Maß und Ziel.
Kosten & Versicherung – das ungeliebte Thema
Ja, Arthrose verursacht nicht nur Schmerzen, sondern auch hohe Kosten. Medikamente, Spritzen, Operationen – das kostet alles Geld. Mir sind Hundebesitzer bekannt, die sagen: „Wir haben für unseren Hund fast so viel beim Tierarzt ausgegeben wie für unser Auto.“
Deshalb ist es sinnvoll, über eine Hundeversicherung nachzudenken. Es ist eine gute Idee, frühzeitig einen günstigen Tarif zu sichern, solange dein Hund noch jung ist. Und nicht nur bei Arthrose lohnt sich Vorsorge – auch andere Krankheiten wie Zahnprobleme bei Hunden oder ein Zeckenbiss beim Hund können sonst schnell ins Geld gehen.
Schlussfolgerung: Dein Hund kann dennoch glücklich sein
Falls du jetzt denkst: „Oh Gott, das klingt alles schrecklich“ – entspann dich. Ja, Arthrose ist eine ernste Angelegenheit. Aber nein, es ist kein Todesurteil. Ein gutes Leben für deinen Hund ist mit der richtigen Kombination aus Tierarztbesuchen, Futter, Bewegung und etwas Geduld möglich.
Glaub mir: Sein Schwanzwedeln, wenn er trotz Arthrose wieder freudig zur Tür rennt, ist unbezahlbar.





