Lahmheit beim Pferd erkennen

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Just weil Dein Pferd sich auf den ersten Blick normal bewegt, bedeutet das nicht, dass es keine Lahmheit hat. Viele Reiter erkennen leider nicht sofort, ob ihr Pferd lahmt – dabei gibt es verschiedene Anzeichen, auf die Du achten kannst, um eine Lahmheit frühzeitig zu erkennen und Deinem Pferd so schnell wie möglich zu helfen.

Erste Anzeichen einer Lahmheit

Eine der ersten Möglichkeiten, eine Lahmheit zu beobachten, ist das Verhalten Deines Pferdes im Stand. Wenn Du bemerkst, dass Dein Pferd immer wieder dasselbe Bein entlastet und nicht gleichmäßig auf allen vier Beinen steht, kann das ein Hinweis auf Schmerzen sein. Achte darauf, ob es nach dem Bewegen das belastete Bein sofort wieder schont. Auch sein Gesichtsausdruck kann Dir Hinweise liefern – Pferde zeigen Schmerzen oft durch eine veränderte Mimik, was übrigens ein nützliches Detail ist, um die Lahmheit besser einzuschätzen.

Lahmheitsdiagnose beim Führen an der Hand

Beim Führen an der Hand kannst Du die Lahmheit besser erkennen. Lass Dein Pferd gerade von Dir weg laufen, eine enge Volte machen und wieder auf Dich zukommen. Aus dieser Bewegung beobachtest Du die Vorderbeine, wenn es zu Dir kommt, und die Hinterbeine, wenn es von Dir weg läuft. Wichtig ist, dass Du Dich nicht zu nah ans Pferd stellst und versuchst, den Bewegungsfluss mit leicht unfokussierten Augen wahrzunehmen – so fallen kleine Unregelmäßigkeiten besser auf. Auch solltest Du darauf achten, dass der Führende das Pferd nicht am Kopf zieht oder stört, um ein natürliches Bewegungstempo zu bewahren.

Unterschiede zwischen Vorder- und Hinterhand-Lahmheit

Lahmheit am Vorderbein zeigt sich oft durch eine typische Nickbewegung des Kopfes und Halses: Wenn Dein Pferd mit dem schmerzenden Bein auftritt, hebt es Kopf und Hals leicht an, um das Gewicht zu entlasten, beim Auftritt des gesunden Beins fällt der Kopf nach unten. Bei einer Lahmheit am Hinterbein erkennst Du vermehrt eine einseitige Hochziehung der Kruppe – die Seite des verletzten Beins ist meist höher als die andere. Außerdem kann ein weniger gebeugter Sprung oder eine veränderte Hufstellung Hinweise sein.

Manche Lahmheiten fallen erst unter dem Reiter auf. Als Reiter spürst Du dann, dass Dein Pferd nicht mehr gleichmäßig läuft, möglicherweise fühlt es sich an, als würde eine Seite mehr „wegkippen“. Besonders beim Aussitzen im Trab kannst Du feststellen, ob eine Seite Deiner Hüfte nachgibt oder tiefer liegt. Um solche Lahmheiten sichtbar zu machen, solltest Du Dein Pferd auf einem Zirkel vom Beobachter wegreiten, dabei wenig an den Zügeln ziehen und in lockerem Sitz bleiben. Im Trab auf dem Zirkel verstärken sich oft Lahmheiten, da die Innenseite des Beinpaares stärker belastet wird.

Beobachtung auf verschiedenen Böden

Wichtig ist auch, dass Du Deine Beobachtungen auf verschiedenen Untergründen machst. Harte Böden lassen eventuelle Lahmheiten hörbar werden, da ein schmerzhaftes Bein leiser auftritt. Weicher Boden kann dagegen andere Unregelmäßigkeiten sichtbar machen. Nur so bekommst Du ein umfassendes Bild.

Wann zum Tierarzt oder Therapeuten?

Wenn Du eine Lahmheit entdeckst, solltest Du das betroffene Bein vorsichtig abtasten und mit dem gesunden Bein vergleichen. Offene Wunden müssen versorgt werden, bei Schwellungen oder starken Lahmheiten solltest Du umgehend den Tierarzt hinzuziehen. Auch wenn keine äußeren Verletzungen sichtbar sind, hilft häufig das Kühlen geschwollener Stellen. Verbessert sich die Situation nicht binnen ein bis zwei Tagen, ist ebenfalls ein Fachmann gefragt.

Zuletzt empfehle ich Dir, auch bei leichten Lahmheiten regelmäßig Experten wie Osteopathen oder Physiotherapeuten zu Rate zu ziehen. Sie können Blockaden frühzeitig erkennen und so helfen, größere Probleme zu verhindern.

Nur durch genaues Beobachten und regelmäßige Checks kannst Du Deinem Pferd helfen, lange gesund und beweglich zu bleiben.

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